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Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine invasive Art, die sich in Deutschland weiter ausbreitet. Für Imkerinnen und Imker ist sie besonders relevant, weil ihre Arbeiterinnen im Spätsommer und Herbst verstärkt Honigbienen erbeuten können. Möchten Sie ein verdächtiges Nest erkennen und melden, hilft es, die typischen Neststandorte und Merkmale zu kennen. Dabei ist wichtig: Nester können sehr unterschiedlich liegen und sollten immer aus sicherer Entfernung beurteilt werden.
Im Laufe einer Saison kann ein Volk der Asiatischen Hornisse zwei verschiedene Nester nutzen. Im Frühjahr beginnt eine überwinterte Königin mit dem Bau eines kleinen Gründungsnestes, das auch Primärnest genannt wird. Dieses wächst zunächst von wenigen Zentimetern bis ungefähr zur Größe eines Handballs. Häufig befindet es sich an einem geschützten, eher niedrigen Ort – beispielsweise in einem Schuppen, Gartenhaus, Rollladenkasten, unter einem Dachvorsprung oder in dichtem Gebüsch.
Im Gründungsnest zieht die Königin die ersten Arbeiterinnen auf. Wenn das Volk wächst und der Standort nicht mehr genügend Platz bietet, beginnt es häufig mit dem Bau eines größeren Filialnestes, auch Sekundärnest genannt. Ein Teil der Arbeiterinnen baut dieses neue Nest auf, anschließend zieht das Volk einschließlich der Königin um. Das verlassene Gründungsnest wird danach normalerweise nicht weiter genutzt.
Filialnester befinden sich häufig frei in Baumkronen. Viele hängen in mehr als zehn Metern Höhe und sind während der belaubten Monate nur schwer zu entdecken. Je nach Umgebung können große Nester jedoch auch in Hecken, Sträuchern, Schuppen, Dachbereichen, Mauernischen oder anderen geschützten Stellen vorkommen. Verlassen Sie sich deshalb bei der Suche nicht ausschließlich auf hohe Bäume.
Der Eingang eines entwickelten Filialnestes liegt typischerweise seitlich. Von dort fliegen die Arbeiterinnen regelmäßig ein und aus. Die Position allein reicht jedoch nicht für eine sichere Bestimmung aus. Auch andere Wespen- und Hornissenarten bauen papierartige Nester. Beurteilen Sie daher immer mehrere Merkmale gemeinsam und lassen Sie einen Verdachtsfund fachkundig prüfen.
Das Nest besteht aus einer papierartigen Masse, die die Hornissen aus zerkauten Holzfasern und Speichel herstellen. Junge Gründungsnester sind zunächst rundlich. Große Filialnester können eine kugel-, oval- oder birnenähnliche Form entwickeln und bis ungefähr einen Meter hoch werden. Ihre Hülle zeigt häufig eine graue bis graubraune, geschichtete Struktur.
Die Asiatische Hornisse selbst ist meist etwas kleiner und deutlich dunkler als die heimische Europäische Hornisse. Typisch sind die schwarze Brust, der überwiegend dunkle Hinterleib mit einer gelb-orangefarbenen Binde und die auffällig gelben Beinenden. Daher wird die Art auch als Gelbfußhornisse bezeichnet. Sind Sie bei der Bestimmung unsicher? Lesen Sie unseren Beitrag über die Unterschiede zwischen der Asiatischen und der Europäischen Hornisse.
Gründungsnester können im Frühjahr und Frühsommer auffallen, wenn Königin und erste Arbeiterinnen regelmäßig ein- und ausfliegen. Später im Jahr lässt sich ein aktives Filialnest manchmal anhand des Flugverkehrs erkennen. In dicht belaubten Baumkronen bleibt es dennoch häufig verborgen. Nach dem Laubfall werden viele große Nester besser sichtbar. Ein dann entdecktes Nest kann bereits verlassen sein, sollte jedoch trotzdem aus sicherer Entfernung dokumentiert und fachkundig beurteilt werden.
Beobachten Sie auffällige Flugbewegungen ausschließlich aus sicherer Entfernung. Folgen Sie Hornissen nicht durch unübersichtliches Gelände und nähern Sie sich keinem unbekannten Nest. Die systematische Nestlokalisierung durch Beobachten, Fangen, Markieren und Freilassen erfordert Erfahrung und sollte nur durch geschulte oder fachlich begleitete Personen erfolgen. Weitere Informationen zur saisonalen Aktivität finden Sie in unserem Beitrag darüber, wann Asiatische Hornissen besonders aktiv sind.
Einzelne Asiatische Hornissen verhalten sich abseits ihres Nestes Menschen gegenüber normalerweise nicht angriffslustig. Ein einzelner Stich ist für die meisten Menschen hinsichtlich seiner Wirkung mit einem Wespen- oder Hornissenstich vergleichbar. Mehrere Stiche sowie allergische Reaktionen können jedoch gefährlich werden. Bei Atemnot, Schwindel, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Mund- und Rachenraum muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden.
In unmittelbarer Nestnähe reagieren die Tiere deutlich empfindlicher auf Erschütterungen und andere Störungen. Halten Sie deshalb großzügig Abstand, blockieren Sie keine Flugbahn und versuchen Sie niemals, ein Nest zu öffnen oder selbst zu entfernen. Hinweise zum Schutz Ihrer Bienenvölker erhalten Sie in unseren Tipps zum Schutz von Bienen vor der Asiatischen Hornisse.
Haben Sie ein verdächtiges Nest entdeckt, fotografieren Sie es nach Möglichkeit aus sicherer Entfernung. Notieren Sie den genauen Standort und das Datum der Beobachtung. Melden Sie den Fund anschließend über das zuständige Portal Ihres Bundeslandes oder bei der örtlich zuständigen Behörde. Welche Meldestelle verantwortlich ist und welche Maßnahmen eingeleitet werden, kann regional unterschiedlich sein. Eine Orientierung bietet unser Beitrag darüber, wo Sie Asiatische Hornissen und ihre Nester melden können.
Selektive Fallen können bei bestätigtem Auftreten eine ergänzende Maßnahme sein. Sie ersetzen jedoch weder die Meldung noch die fachgerechte Lokalisierung und Entfernung eines Nestes. Setzen Sie Fallen nur gezielt, entsprechend den regionalen Empfehlungen und mit regelmäßiger Kontrolle ein. Einen Überblick über verschiedene Modelle bietet unsere Top 5 der Fallen gegen die Asiatische Hornisse.
Bei erhöhtem Jagddruck können je nach Situation selektive Fallen, ein geeigneter Fluglochschutz oder elektrische Hornissenharfen dazu beitragen, den Druck am Bienenstand zu verringern. Keine einzelne Maßnahme bietet vollständigen Schutz. Wichtig bleiben außerdem starke, gesunde Völker, eine ausreichende Futterversorgung und ein wirksames Varroamanagement.
Bei AllesfürdenImker finden Sie selektive Fallen und Lockstoffe sowie ergänzende Schutzsysteme für den Bienenstand. Spezielle Hornissenschutzkleidung kann das Stichrisiko bei dafür vorgesehenen Tätigkeiten reduzieren, bietet jedoch keine absolute Sicherheitsgarantie. Arbeiten unmittelbar am Nest gehören auch mit Schutzkleidung ausschließlich in die Hände geschulter Fachkräfte.
Die Asiatische Hornisse beginnt im Frühjahr häufig mit einem kleinen Gründungsnest an einem geschützten Ort. Im Sommer kann das Volk in ein deutlich größeres Filialnest umziehen, das oft hoch in einem Baum, gelegentlich jedoch auch in Gebäuden oder bodennah liegt. Typisch für ein entwickeltes Filialnest sind die graubraune Papierhülle und ein seitlicher Eingang. Dokumentieren und melden Sie einen Verdachtsfund aus sicherer Entfernung und überlassen Sie die Entfernung geschulten Fachkräften.
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