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Die Bekämpfung von Varroa destructor bleibt eine der größten Herausforderungen in der Imkerei. Bekannte Behandlungsmethoden arbeiten beispielsweise mit Oxalsäure, Ameisensäure oder Thymol. Norroa verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Das Produkt nutzt RNA-Interferenz, kurz RNAi, um einen biologischen Prozess in der Varroamilbe gezielt zu beeinflussen.
Genau deshalb ist Norroa eine Entwicklung, die wir aufmerksam verfolgen. In den USA wurde das Produkt 2025 zugelassen und anschließend auf den Markt gebracht. In der Europäischen Union ist es derzeit jedoch nicht als Tierarzneimittel gegen Varroa zugelassen. Deshalb können Sie Norroa bei AllesfürdenImker noch nicht kaufen.
Norroa wurde zur Bekämpfung von Varroa destructor in Honigbienenvölkern entwickelt. Der Wirkstoff heißt Vadescana und besteht aus doppelsträngiger RNA, auch dsRNA genannt.
Statt die Milbe wie ein klassisches Akarizid unmittelbar abzutöten, wurde Vadescana so entwickelt, dass es die Aktivität des Calmodulin-Gens und eines calmodulinähnlichen Gens in der Varroamilbe vorübergehend verringert. Calmodulin ist an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt, darunter auch an Entwicklung und Fortpflanzung.
RNA-Interferenz ist ein natürlicher Mechanismus, mit dem die Aktivität bestimmter Gene reduziert werden kann. Die dsRNA in Vadescana wurde für ein genetisches Ziel in Varroa destructor entwickelt. Untersuchungen zeigen, dass die Behandlung die Expression von Calmodulin und eines calmodulinähnlichen Gens in der Milbe unterdrücken kann.
Ein neuer Wirkmechanismus kann für eine integrierte Varroabekämpfung wertvoll sein. Viele bestehende Behandlungsprogramme stützen sich auf eine relativ begrenzte Zahl von Wirkstoffen. RNAi ergänzt diese Möglichkeiten um einen völlig anderen biologischen Mechanismus.
Feldversuche liefern vielversprechende, aber nicht unter allen Bedingungen einheitliche Ergebnisse. In Versuchen bei guter Tracht blieben die Varroawerte in behandelten Völkern über mehrere Wochen niedriger. Bei bereits höherem Ausgangsbefall oder Trachtlücken war der Unterschied zu unbehandelten Völkern teilweise geringer beziehungsweise statistisch nicht eindeutig. Deshalb sollte Norroa nach dem bisherigen Forschungsstand eher als möglicher Baustein einer integrierten Varroastrategie und nicht als universeller Ersatz für etablierte Behandlungen betrachtet werden.
Die Technologie hinter Norroa wurde inzwischen in mehreren Labor- und Feldstudien untersucht. Interessante Veröffentlichungen sind:
Eine Zulassung außerhalb Europas gilt nicht automatisch in der Europäischen Union. Ein Produkt, das zur Behandlung oder Bekämpfung der Varroose bei Honigbienen angeboten wird, fällt in der EU unter die Vorschriften für Tierarzneimittel. Bevor ein solches Produkt für diesen Zweck vermarktet werden darf, muss das entsprechende europäische Zulassungsverfahren durchlaufen werden.
Dabei werden unter anderem Qualität, Wirksamkeit, Sicherheit für die Bienen, Anwendersicherheit sowie mögliche Auswirkungen auf Honig und andere Bienenprodukte bewertet.
Nach den öffentlich verfügbaren Zulassungsinformationen ist Norroa mit dem Wirkstoff Vadescana in der EU mit Stand September 2026 nicht als Tierarzneimittel gegen Varroa zugelassen. Deshalb bieten wir das Produkt derzeit nicht an. Da sich Zulassungsstände ändern können, sollte diese Angabe vor einer späteren Aktualisierung oder erneuten Veröffentlichung nochmals geprüft werden.
Für die Varroabekämpfung stehen bereits verschiedene Tierarzneimittel und Behandlungsmethoden zur Verfügung. Zwei bekannte Möglichkeiten aus unserem Sortiment sind VarroMed und Thymovar.