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Die Bekämpfung von Varroa destructor bleibt eine der größten Herausforderungen in der Imkerei. Bekannte Behandlungsmethoden arbeiten beispielsweise mit Oxalsäure, Ameisensäure oder Thymol. Norroa verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Das Produkt nutzt RNA-Interferenz, kurz RNAi, um einen biologischen Prozess in der Varroamilbe gezielt zu beeinflussen.
Genau deshalb ist Norroa eine Entwicklung, die wir aufmerksam verfolgen. Das Produkt wurde außerhalb Europas bereits auf den Markt gebracht, ist in der Europäischen Union derzeit jedoch nicht als Tierarzneimittel gegen Varroa zugelassen. Deshalb können Sie Norroa bei AllesfürdenImker noch nicht kaufen.
Norroa wurde zur Bekämpfung von Varroa destructor in Honigbienenvölkern entwickelt. Der Wirkstoff heißt Vadescana und besteht aus doppelsträngiger RNA, auch dsRNA genannt.
Statt die Milbe mit einem klassischen Akarizid direkt zu vergiften, wurde Vadescana so entwickelt, dass die Expression calmodulinbezogener Gene in der Varroamilbe reduziert wird. Calmodulin ist an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt, darunter Entwicklung und Fortpflanzung.
RNA-Interferenz ist ein natürlicher Mechanismus, mit dem die Aktivität bestimmter Gene reduziert werden kann. Die dsRNA in Vadescana wurde für ein genetisches Ziel in Varroa destructor entwickelt. Untersuchungen zeigen, dass die Behandlung die Expression von Calmodulin und eines calmodulinähnlichen Gens in der Milbe unterdrücken kann.
Ein neuer Wirkmechanismus kann für eine integrierte Varroabekämpfung wertvoll sein. Viele bestehende Behandlungsprogramme stützen sich auf eine relativ begrenzte Zahl von Wirkstoffen. RNAi ergänzt diese Möglichkeiten um einen völlig anderen biologischen Mechanismus.
Feldversuche liefern vielversprechende Ergebnisse. In einigen Untersuchungen konnten niedrigere Varroawerte über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Gleichzeitig kann die Wirksamkeit unter anderem von Standort, Befallsdruck, Volksstärke, Tracht und Art der Verabreichung abhängen. Deshalb ist es noch zu früh, Norroa als universellen Ersatz für bestehende Varroastrategien zu betrachten.
Die Technologie hinter Norroa wurde inzwischen in mehreren Labor- und Feldstudien untersucht. Interessante Veröffentlichungen sind:
Eine Zulassung außerhalb Europas gilt nicht automatisch in der Europäischen Union. Ein Produkt, das zur Behandlung oder Bekämpfung der Varroose bei Honigbienen angeboten wird, fällt in der EU unter die Vorschriften für Tierarzneimittel. Bevor ein solches Produkt für diesen Zweck vermarktet werden darf, muss das entsprechende europäische Zulassungsverfahren durchlaufen werden.
Dabei werden unter anderem Qualität, Wirksamkeit, Sicherheit für die Bienen, Anwendersicherheit sowie mögliche Auswirkungen auf Honig und andere Bienenprodukte bewertet.
Stand September 2026 ist Norroa mit dem Wirkstoff Vadescana in der EU nicht als Tierarzneimittel gegen Varroa zugelassen. Deshalb bieten wir das Produkt derzeit nicht an.
Für die Varroabekämpfung stehen bereits verschiedene Tierarzneimittel und Behandlungsmethoden zur Verfügung. Zwei bekannte Möglichkeiten aus unserem Sortiment sind VarroMed und Thymovar.